Britische TV-Serie „Secret State“ thematisiert tiefen Staat, Spitzenpolitiker als dessen Marionetten
Bei den
ersten vier Teilen der 2012 gedrehten TV-Serie „secret state“ geht die
Handlung um Entschädigungszahlungen, die das global tätige Unternehmen
PetroFex an Geschädigte eines Unfalls zahlen soll. Das Großunternehmen
besitzt jedoch gute Verbindungen in die Politik, zum Sicherheitsapparat
und den Medien und wird so nicht zur Verantwortung gezogen. Eine
entscheidende Rolle spielte dabei der Nachrichten- und Sicherheitsdienst
der Regierung, welcher die Handys der Akteure abhörte, und auf Seiten
des tiefen Staates steht. Es wird verdeutlicht, dass selbst ein
Premierminister gegen diesen tiefen Staat am Ende machtlos ist.
Ein Jahr
später, 2013, kam durch Edward Snowden ans Licht, dass es im realen
Leben tatsächlich ein flächendeckendes Abhörprogramm gibt, dass sogar
das Handy der Bundeskanzlerin abgehört wurde. Diese Folge von „Secret
State“ beantwortet die Frage naiver Zeitgenossen, warum Geheimdienste
Handys kontrollieren und abhören.
Am Anfang
wird die Berichterstattung und Anteilnahme der Politiker dargestellt:
Die Ortschaft Teeside wurde durch einen Chemieunfall zerstört, es gibt
19 Todesopfer, darunter Kinder. Der sichtlich schockierte
stellvertretende Ministerpräsident Tom Dawkins besucht Teeside und
verspricht Entschädigungen, Untersuchungen. Seine Zustimmungswerte
schnellen daraufhin in Umfragen in die Höhe.
Der
Premierminister fliegt zum Konzernsitz des US-Unternehmens PetroFex,
kommt jedoch beim Rückflug durch einen dubiosen Flugzeugabsturz ums
Leben. Aufgrund seiner Popularität übernimmmt Dawkins seinen Posten und
gewinnt die Parlamentswahlen.
Ihm wird
klar, dass PetroFex nicht bereit ist, angemessene
Entschädigungszahlungen zu leisten. Die Journalistin Ellis Kane versorgt
ihn mit geheimen Akten, welche Missstände in der explodierten Fabrik
darlegen. Ohne Wissen oder Zustimmung von Dawkins wird Kane daraufhin
ausspioniert, etwa ihr Handy abgehört, vom Hauptquartier des
Nachrichten- und Sicherheitsdienstes der Regierung. Als Kane Dawkins
Unterlagen übergibt, werden sie durch Videokameras gefilmt und
beobachtet.
Zwei tote Zeugen
Dawkins
beauftragte seinen Jugendfreund, den privaten Ermittler Anthony Fosset,
weitere Informationen zum Fall zu beschaffen, da er nicht von den
Diensten informiert werden würde. Fosset ist ein früherer MI-6 Agent,
des britischen Geheimdienstes. Bei einem ersten Treffen macht Fosset
Dawkins auf die Gefahr aufmerksam, dass ihre Handys abgehört werden
könnten. Daher entfernte er die Akkus ihrer Handys.
„Niemand verwanzt mich Thony.“
„Ja, kann sein. Nur solange das Akku in Deinem Handy ist, können die Typen jederzeit reinschneien.“
Durch
seine Ermittlungen findet Fosset Beweise, dass es sich beim
Flugzeugabsturz nicht um einen einfachen Unfall gehandelt hatte. In
seinem Handy war jedoch ein kleines verstecktes Ersatzakku eingebaut, so
ist der „tiefe Staat“ informiert und schickt ein Tötungskommando.
Die
Gerichtsmedizin untersuchte die Leichen des Chemieunfalls. Ein
engagierter Mediziner weist nach, dass die Körper bereits vor dem
eigentlichen Unfall von einem Gift vorgeschädigt waren. Bevor er Dawkins
seine Ergebnisse vorstellen kann, wird er an einen Strick hängend
aufgefunden.
Dawkins wird politisch abgeschossen
Dawkins
genehmigt die gezielte Ermordung eines angeblichen Terroristen mithilfe
eines Drohneneinsatz. Es stellt sich heraus, dass die Tötung über
iranischen Staatsgebiet stattfand. Iran protestiert.
PetroFex
kündigt an, kurz davor zu stehen, Fabriken nach Polen zu verlegen. Die
Bankeinlagen sind bereits aus England abgezogen. Daraufhin kommt es
zwischen Dawkins und dem Vorstandsvorsitzenden der Großbank zu folgendem
Austausch:
„Wir reden jetzt über das Petrofex-Konto?
„Sie haben deren Vermögen verschwinden lassen.“
„Ein
Multi-Nationaler-Konzern wie Petrofex hat seine Gelder ständig
verfügbar. Kapital ist heutzutage eine höchst bewegliche Ressource und
das aus einem guten Grund. (…) Nur ein Mausklick, Herr Premierminister.
Keine ungewöhnliche Aktion.“
Nachdem
Dawkins der Großbank droht, entzieht sie den Verkehrsbetrieben von
London Gelder. Daraufhin fahren die Bahnen nicht mehr und ein
Verkehrschaos legt die Stadt lahm. Die Opposition greift Dawkins an,
seine Politik würde Chaos verbreiten.
Die
englische Währung, das Pfund, gerät unter Druck: Der Wechselkurs
verschlechtert sich. Der Aktienmarkt leidet. Dawkins führt mit
dem Vorstandsvorsitzenden der Großbank nochmals ein Gespräch:
„Politik ist regional beschränkt, das Finanzwesen dagegen global.“
„Ja, aber ihr Firmensitz unterliegt meiner Rechtssprechung.“
„Dann gehen wir morgen eben woanders hin.“
Eine
Zeitung berichtet, dass Dawkins während seiner Militärzeit als
Kommandant UN-Richtlinien verletzte und deswegen für den Tod von
Zivilisten verantwortlich sei.
Dawkins
wird von den Diensten informiert, dass das Flugzeug von einem iranischen
Agenten zum Absturz gebracht worden sei. Dawkins erwägt daraufhin einen
Vergeltungsangriff auf den Iran. Jedoch meldet sich eine Agentin des
Nachrichten- und Sicherheitsdienstes, die Dawkins über die manipulierte
Beweislage gegen den iranischen Agenten informiert. Sie schmeißt ihr
Handy in einen Frachter, der auf der Themse fährt. So kann sie ihre
Verfolger abschütteln, die ihr Handy orten und so über ihren
Aufenthaltsort falsch informiert sind. Während des Gesprächs mit Dawkins
wird sie wegen der „Preisgabe von Staatsgeheimnissen“
festgenommen. Dawkins ist machtlos. Er gibt das Beweismaterial der
Journalistin Ellis Kane, die jedoch genauso, „Verstoß gegen das
Terrorismusgesetz“, verhaftet wird, „wegen des Besitzes von Dokumenten und Fotos“. Gleichzeitig läuft bereits eine Medienkampagne für einen Krieg gegen Iran. Dawkins tobt:
„Das ist völliger Blödsinn. Es ist eine Fehlinformation. Sie wollen mich zu einem Krieg provozieren.“
Kommentare