Quelle: Reuters
© Fabrizio Bensch
Die niederländischen Streitkräfte rüsten auf – unter
anderem auch mit deutschen Panzerhaubitzen –, um sich auf einen Krieg
gegen Russland vorzubereiten (Bild zeigt PzH-2000 der Bundeswehr am
31.08.2010).
Die NATO hat klare Vorstellungen davon, wie ein
möglicher Krieg in Europa aussehen könnte. Um sich darauf vorzubereiten,
sollen die Mitgliedsstaaten nicht nur mehr Geld für die Verteidigung
ausgeben, sondern vor allem noch mehr in schweres Kriegsgerät
investieren.
Während die Aufrüstung
in Europa von vielen Menschen mit Sorge betrachtet wird, gibt es auch
solche, die sich über diese Entwicklung freuen. Paul Hoefsloot ist einer
von ihnen. Als Kommandeur des Feuerunterstützungstrupps der
niederländischen Streitkräfte ist er im Ernstfall dafür verantwortlich,
dass die Artillerie auch die vorgesehenen Ziele trifft und dafür auch
über das notwendige Equipment verfügt.
"Das ist ein wichtiger Moment", sagte Hoefsloot, als er zwei neue Panzerhaubitzen in Empfang nehmen konnte. Vier weitere sollen noch folgen, nachdem man vor 17 Jahren bereits 57 modernste Panzerhaubitzen aus Deutschland gekauft hatte. Davon waren allerdings nur 18 Stück im Einsatz, der Rest wurde eingemottet. Für etwaige militärische Beteiligungen der niederländischen Armee brauchte man kein schweres Kriegsgerät, sondern man setzte auf Luftüberlegenheit und leichte Infanterie.
Dafür sollte die niederländische 43. Mechanisierte Brigade in die deutsche 1. Panzerdivision integriert werden, um Synergien zwischen beiden Ländern zu nutzen und Kosten zu sparen. Und so geschah es auch. Den Grundstein für diese Entwicklung legte das 1. Deutsch-Niederländische Korps im Jahr 1995.
Doch der Druck der US-Präsidenten auf die europäischen NATO-Mitglieder führte dazu, dass auch die Niederlande wieder mehr für Verteidigung ausgeben, allerdings nach wie vor weit unterhalb der langfristig ins Auge gefassten und nun immer strikter eingeforderten Zweiprozentgrenze. Dieses Geld müsse schließlich auch in Projekte und Anschaffungen fließen, und dabei insbesondere auch in schweres Kriegsgerät. Oberst Hoefsloot erklärt die Bedeutung der modernen Panzerhaubitze folgendermaßen:
"Das ist ein wichtiger Moment", sagte Hoefsloot, als er zwei neue Panzerhaubitzen in Empfang nehmen konnte. Vier weitere sollen noch folgen, nachdem man vor 17 Jahren bereits 57 modernste Panzerhaubitzen aus Deutschland gekauft hatte. Davon waren allerdings nur 18 Stück im Einsatz, der Rest wurde eingemottet. Für etwaige militärische Beteiligungen der niederländischen Armee brauchte man kein schweres Kriegsgerät, sondern man setzte auf Luftüberlegenheit und leichte Infanterie.
Dafür sollte die niederländische 43. Mechanisierte Brigade in die deutsche 1. Panzerdivision integriert werden, um Synergien zwischen beiden Ländern zu nutzen und Kosten zu sparen. Und so geschah es auch. Den Grundstein für diese Entwicklung legte das 1. Deutsch-Niederländische Korps im Jahr 1995.
Doch der Druck der US-Präsidenten auf die europäischen NATO-Mitglieder führte dazu, dass auch die Niederlande wieder mehr für Verteidigung ausgeben, allerdings nach wie vor weit unterhalb der langfristig ins Auge gefassten und nun immer strikter eingeforderten Zweiprozentgrenze. Dieses Geld müsse schließlich auch in Projekte und Anschaffungen fließen, und dabei insbesondere auch in schweres Kriegsgerät. Oberst Hoefsloot erklärt die Bedeutung der modernen Panzerhaubitze folgendermaßen:
Es ist das Mittel, mit dem Sie den ersten Schlag über große Entfernungen ausführen. Diese Art von Waffe ist notwendig, weil wir uns auf (solch) eine Art von Konflikt vorbereiten. In den letzten Jahren konnten wir uns als Landstreitkräfte zur Unterstützung von Feuerkraft auf die Luftwaffe verlassen, da wir in Gebieten operierten, in denen wir immer die Luft dominierten. In einem großen Konflikt mit Russland kann man das nicht mehr annehmen. Die Luftwaffe wird dort auf einen viel furchterregenderen Gegner treffen und kann daher viel weniger.In der Tat sind die modernen Panzerhaubitzen – die deutschen PzH 2000 gehören zu den besten der Welt – eine wichtige Stütze für jedes Heer und unerlässlich für eine hohe Feuerkraft. Doch die freimütigen Äußerungen des zitierten Kommandeurs der Feuerunterstützungstrupps der niederländischen Streitkräfte zeigen, wie weit und konkret die Vorstellung in den NATO-Streitkräften bereits gediehen ist: Man müsse sich auf einen großen Krieg gegen Russland vorbereiten. Es erweckt den Eindruck, dass es für diese Leute gar keine Frage mehr ist, ob solch ein Krieg stattfinden könnte, sondern lediglich noch, wann er beginnen wird.
Kommentare