by widerworte
Nicht genug der restriktivsten Gesetzgebung gegen Frauen in Polen, die
Abtreibung soll total verboten werden, wenn es nach der neusten
Initiative der der "Lebensschützer" geht, so wie unter der kath.
Herrschaft in Lateinamerika.
Nicht genug der restriktivsten Gesetzgebung gegen Frauen in Polen, die
Abtreibung soll total verboten werden, wenn es nach der neusten
Initiative der der "Lebensschützer" geht, so wie unter der kath.
Herrschaft in Lateinamerika. Geburtendschihad in Konkurrenz zum
Islam, mit dem die Kirche sich so gut versteht? Die Frauenunterwerfung
der atavistischen Männerreligion liegt ihr näher als die Demokratie, die
allein die Frauenrechte garantiert.
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Polen: Warum die aktuelle Debatte um ein
komplettes Abbruchsverbot die Gesellschaft spaltet
Juni 5 2016
Im
April sowie im Mai haben Tausende Frauen vor dem polnischen Parlament
gegen ein schärferes Abtreibungsrecht protestiert. Denn eine
Bürgerinitiative „Fundacja pro – Prawo do Życia“ (Recht
aufs Leben) sammelt aktuell Unterschriften für ein Gesetz, das
Abtreibung grundsätzlich verbieten soll. Auch die „Pille danach“ würde
das Verbot treffen. Nun hat die Gesetzesinitiative einen Teilerfolg
erzielt. Wie die Zeitung Rzeczpospolita berichtet,
haben die Abtreibungsgegner mehr Unterschriften gesammelt als die
benötigten 100.000. Und es könnten bis zum 6. Juli noch mehr werden. So
rechnen die Organisatoren selbst mit einer halben Million
Unterschriften. Spätestens dann müssen die Unterschriften bei der
Kanzlei des Unterhauses des Sejms abgeben werden. Einen festen Partner
hat die Initiative bereits jetzt auf ihrer Seite. Die katholische Kirche
steht komplett hinter diesem Vorstoß – und das bringt die
rechtskonservative Regierung in Bedrängnis. Ein komplettes
Abtreibungsverbot könnte nämlich die angespannte politische Situation im
Land weiter verschärfen und neuen Widerstand provozieren. Beata Szydło
scheint dies allerdings in Kauf zu nehmen, denn sie befürwortete bereits
im März die Initiative. In einem Interview mit PolskieRadio betont
sie allerdings, dass es ihre persönliche Meinung sei. Die Abgeordneten
ihrer Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) müssten aber bei der
Abstimmung frei nach ihrem Gewissen entscheiden, so Szydło.
Abtreibung ist ein sensibles Thema, das Polen zurzeit spaltet. Das zeigen auch aktuelle Umfragen.
So hat das Meinungsforschungsinstitut CBOS herausgefunden, dass die Mehrheit der Polen zwar ein komplettes Schwangerschafts-abbruch- Verbot
ablehnt, eine Lockerung der restriktiven Gesetze wird jedoch nicht
begrüßt. Trotz des Status Quo, den sich die Mehrheit der Bevölkerung
wünscht, wächst auf der anderen Seite das Aufbegehren seitens der
Generation junger Polinnen. Man könnte sogar sagen, dass die
Bürgerinitiative „Prawo do Życia“ einen neuen feministischen Diskurs in
Polen angestoßen hat. Denn die Proteste lenken die Aufmerksamkeit auf
ein Thema, das im modernen Polen hinterherhinkt: Das Recht der Frau auf
Selbstbestimmung. „Mein Bauch – meine Entscheidung“, heißt daher eine
beliebte Losung der Protestplakate. (...)
Hohe Dunkelziffer der illegalen Schwangerschaftsabbrüche
Das
restriktive Abtreibungsverbot gibt es seit 1993. Damals wurde im Sejm
ein Gesetz über „Familienplanung, Schutz des menschlichen Fötus und
Bedingungen für erlaubte Abtreibung“ verabschiedet. Es sieht vor, das
eine Abtreibung nur in drei Fällen möglich ist: Nach einer
Vergewaltigung, wenn das Leben der Schwangeren bedroht ist oder bei
einer schweren gesundheitlichen Schädigung des Kindes. Und nur dann kann
der Arzt eine Abtreibung vornehmen, sonst macht er sich strafbar.
Das Resultat dieser Verschärfung kann heute an den Zahlen abgelesen werden. Offiziell wurden 2013 nur 744 Abtreibungen registriert. Das heißt, die Dunkelziffer der illegalen Schwangerschaftsabbrüche liegt weit darüber hinaus. Laut dem Bericht der Konrad-Adenauer-Stiftung
wird angenommen, dass zwischen 60.000 und maximal 120.000 Abtreibungen
auf illegalem Weg vorgenommen werden. Und das ist ein großes Problem in
Polen. Viele Frauen reisen deshalb ins Ausland. In die Slowakei, nach
Tschechien, Deutschland oder Österreich. „Ausreisen können jedoch meist
gut situierte Frauen, die auch genug Mittel für die Reise haben“, so
Waniek zu Polen.pl. Diejenigen, die es sich nicht leisten können, sind
gezwungenermaßen auf die illegalen Abtreibungsangebote im Untergrund
angewiesen. „Das ist meistens gefährlich, weil Frauen keine gute
Betreuung und keine Nachbetreuung nach dem chirurgischen Abbruch
bekommen. Die Ärzte – wenn es Ärzte sind, da gibt es keine Kontrolle –
übernehmen auch keine Verantwortung, Patientinnen werden sich selber
überlassen“, berichtet die Mitarbeiterin des Gynmed in Wien.
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