Was hat Blackrock mit dem Lufthansa-Pilotenstreik zu tun? ☛ Artikel wurde entfernt! ☛ Zensur? Up-Date 2.12.16
...Zensur?
TP-Redaktion musste diesen Artikel entfernen?! -> im Webcache ist er noch vorhanen....;)
Von den etwa 120.000 Bediensteten der Lufthansa haben die Piloten noch am ehesten die Möglichkeit, der Geschäftsführung Paroli zu bieten. Ohne ihre Arbeitskraft geht gar nichts in der Branche. Streiks bei Fluggesellschaften sind auch aussichtsreicher als in vielen anderen Bereichen, wo die auf breiter Front betriebene Lohndrückerei daher mehr im Verborgenen stattfindet.
Explodierende Einkommen der obersten 1% bei stagnierenden und sinkenden Löhnen der arbeitenden Bevölkerung haben aber einen Grund: die wachsende Macht des Finanzsektors.
Große Firmen wie die Lufthansa gehören heute meist Banken und Schattenbanken, wobei die Banken sich ebenfalls im Besitz der Schattenbanken befinden bzw. ein absichtsvoll dunkles Dickicht gegenseitiger Kapitaldurchdringung organisiert wurde. Die größte Schattenbank ist Blackrock mit einem verwalteten Vermögen von ca. fünf Billionen Dollar, kleinere Player im Big Game um die globale Finanzmacht heißen Vanguard, AXA, State Street, Fidelity oder JP Morgan Chase.
Großaktionäre wie Blackrock drängen heute die Geschäftsführer ihrer AGs, mehr Profit aus der Belegschaft herauszupressen. Im Fall der Lufthansa also, angemessene Lohnsteigerungen zu verhindern, per Outsourcing Lohnsenkungen durchzusetzen, Rentenansprüche zu streichen usw.
Dabei werden Dienstleistungen soweit möglich in den Billiglohnsektor ausgelagert, sogar Pilotengehälter können etwa bei Billigflugtöchtern abstürzen. Das steigert die Renditen. Wirtschaftsnahe Think Tanks liefern Medien und Öffentlichkeit eine vernebelnde Propaganda dazu (vgl. .IZA: Neoliberaler Think Tank unter Druck).
Die Firmenvorstände, angetrieben von Schattenbanken, geraten in Tarifverhandlungen immer öfter außer Rand und Band. Sie pokern immer höher, riskieren immer mehr und drohen ihren Angestellten sogar mit dem Untergang der Firma. Denn Blackrock kann noch besser verdienen, wenn Firmen pleite gehen.
Zwischen Kundenwut und Kursverfall erfährt man wenig über Hintergründe
Im Fernsehen werden wir bald
wieder leere Flughafenhallen und Anzeigetafeln mit Flugstornierungen
sehen, dann wütende Fluggäste und ein paar Berichte zu gescheiterten
Verhandlungen über Löhne und Renten, vielleicht noch eine Anmerkung zum
gesunkenen Aktienkurs der Firma. Doch was hinter dem allgemeinen Drang
der Firmenchefs zu - oft trotz guter Gewinne - immer schlechterer
Bezahlung der Belegschaft steckt, erfahren wir auch bei diesem Streik
nicht.
Zwischen Kundenwut und Kursverfall erfährt man wenig über Hintergründe
Im Fernsehen werden wir bald wieder leere Flughafenhallen und
Anzeigetafeln mit Flugstornierungen sehen, dann wütende Fluggäste und
ein paar Berichte zu gescheiterten Verhandlungen über Löhne und Renten,
vielleicht noch eine Anmerkung zum gesunkenen Aktienkurs der Firma. Doch
was hinter dem allgemeinen Drang der Firmenchefs zu - oft trotz guter
Gewinne - immer schlechterer Bezahlung der Belegschaft steckt, erfahren
wir auch bei diesem Streik nicht.Von den etwa 120.000 Bediensteten der Lufthansa haben die Piloten noch am ehesten die Möglichkeit, der Geschäftsführung Paroli zu bieten. Ohne ihre Arbeitskraft geht gar nichts in der Branche. Streiks bei Fluggesellschaften sind auch aussichtsreicher als in vielen anderen Bereichen, wo die auf breiter Front betriebene Lohndrückerei daher mehr im Verborgenen stattfindet.
Explodierende Einkommen der obersten 1% bei stagnierenden und sinkenden Löhnen der arbeitenden Bevölkerung haben aber einen Grund: die wachsende Macht des Finanzsektors.
Große Firmen wie die Lufthansa gehören heute meist Banken und Schattenbanken, wobei die Banken sich ebenfalls im Besitz der Schattenbanken befinden bzw. ein absichtsvoll dunkles Dickicht gegenseitiger Kapitaldurchdringung organisiert wurde. Die größte Schattenbank ist Blackrock mit einem verwalteten Vermögen von ca. fünf Billionen Dollar, kleinere Player im Big Game um die globale Finanzmacht heißen Vanguard, AXA, State Street, Fidelity oder JP Morgan Chase.
Aufsichtsratschef Friedrich Merz
Blackrock ist heute Aktionär oder Hauptaktionär in allen 30 Dax-Unternehmen, der Aufsichtsratschef der deutschen Blackrock-Filiale heißt Friedrich Merz (CDU). Als CDU-Finanzpolitiker war Wirtschaftsanwalt Merz verantwortlich für die Deregulierung der deutschen Bilanzierungsgesetze, jener Gesetze also, welche die Finanzmacht von Firmen wie Blackrock im Zaum halten sollten (vgl. Rügemer: Blackrock-Kapitalismus).Großaktionäre wie Blackrock drängen heute die Geschäftsführer ihrer AGs, mehr Profit aus der Belegschaft herauszupressen. Im Fall der Lufthansa also, angemessene Lohnsteigerungen zu verhindern, per Outsourcing Lohnsenkungen durchzusetzen, Rentenansprüche zu streichen usw.
Dabei werden Dienstleistungen soweit möglich in den Billiglohnsektor ausgelagert, sogar Pilotengehälter können etwa bei Billigflugtöchtern abstürzen. Das steigert die Renditen. Wirtschaftsnahe Think Tanks liefern Medien und Öffentlichkeit eine vernebelnde Propaganda dazu (vgl. .IZA: Neoliberaler Think Tank unter Druck).
Die Firmenvorstände, angetrieben von Schattenbanken, geraten in Tarifverhandlungen immer öfter außer Rand und Band. Sie pokern immer höher, riskieren immer mehr und drohen ihren Angestellten sogar mit dem Untergang der Firma. Denn Blackrock kann noch besser verdienen, wenn Firmen pleite gehen.
Hier nun Teil 2 aus dem Cache geholt.....
Leerverkäufe und Übernahmen
Dann stehen Übernahmen und
Fusionen an, lukrativ organisiert von Finanzdienstleistern, die
womöglich noch kurz vor provozierten Kamikaze-Verhandlungen mit der
Belegschaft per Leerverkauf auf den Fall der Kurse gewettet hatten.
Leerverkäufe (auch von
Lufthansa-Aktien) sind eine der Spezialitäten von Blackrock, wo man im
großen Stil macht, was edle Hedgefonds wie Soros' Firma Quantum nur als
Rosinenpickerei betreiben. Damit stehen Blackrock & Co. in der
Tradition ihrer kleineren Heuschrecken-Vorfahren, den Hedgefonds und
Private-Equity-Firmen wie KKR und Blackstone. Diese Firmen investierten
Milliarden für Superreiche in Firmen, die dann schnellsten
ausgeschlachtet wurden.
Das heißt, sie wurden per
Grundstücksverkauf und Massenentlassung "restrukturiert", der Kurswert
kurzfristig nach oben getrieben und dann schnell die Aktien verkauft.
Eine hochprofitable Taktik der verbrannten Erde, die Firmen und vor
allem die Arbeitenden verelendet zurück lässt. Doch
Massenarbeitslosigkeit ist nicht das Problem von Blackstone, KKR oder
Blackrock. Vielmehr drückt das Elend auf die Löhne und fördert die
Finanzmacht und wer die Strukturen der Finanzelite aufdeckt, lebt
gefährlich (vgl. Ästhetik der Konspiration).
Fast etwas übertrieben wurde
dieses Prinzip bei der Finanzkrise 2008, die auf einer Blase von
verbrieften Schrottpapieren basierte. Blackrock-Gründer Laurence Fink
gilt als ein Pionier dieses grandiosen "Finanzinstruments" der
verbrieften Immobilienkredite.
Von 2004 auf 2008 legte
Blackrock, dessen Namen man damals noch kaum kannte, um eine Billion
Dollar zu, auf 1,3 Billionen (siehe auch: Der 4-Billionen-Dollar-Mann).
Der frisch gewählte US-Präsident Obama, der die Finanzkrise von seinem
Vorgänger Bush geerbt hatte, beauftragte wen damit, die Trümmer
wegzuräumen?
Natürlich Blackrock, dessen Finanzvolumen sich dabei bis 2009
auf 3,3 Billionen steigerte. Der formale Firmensitz von Blackrock ist
die Steueroase Delaware, jener US-Bundesstaat, wo auch Diktatoren wie
der Folterknecht Pinochet schattige Plätzchen für ihr geraubtes Vermögen
fanden. Die Verflechtung von Finanzwelt und Politik ist eine Basis
ihrer Macht, die sich in Lobbyismus, Korruption und Privatisierungen
austobt.1
Die öffentliche Reflexion über Finanzwesen und Löhne
Der spätere
Blackrock-Aufsichtsrat Friedrich Merz lieferte sich in den medialen
Turbulenzen der Finanzkrise eine legendäre Redeschlacht mit dem
Globalisierungskritiker Harald Schumann. In einer ARD-Talkshow am
13.10.2008 gegen Mitternacht durfte in Gestalt von Schumann auch einmal
ein Kritiker der Finanzwelt seine Meinung äußern, zumindest durfte er es
versuchen.
Er wies auf die Verstrickungen
des Finanzpolitikers Merz mit den Finanzmächten hin, denn der
CDU-Funktionär war halbtags in der bekannten Wirtschaftskanzlei Meyer
& Brown tätig. Den Rest des Tages war Merz für die CDU mit der
Lockerung jener Regeln beschäftigt, die Klienten der Kanzlei bei
Geschäften im Wege gestanden haben könnten. Doch es blieb bei wenigen
unterbrochenen Sätzen der Kritik, bevor Merz gemeinsam mit Talkmaster
Beckmann den Kritiker schlicht niederbrüllte.
Das nächtliche Rededuell, das wohl einen kurzen Höhepunkt
kritischer Ansätze in der öffentlich-rechtlichen Reflexion der
Finanzkrise darstellt, schlug trotz seiner hochbrisanten Enthüllungen
wenig Wellen im Mainstream.2 Man könnte heute mehr wissen über den
Zusammenhang von Finanzwesen, Korruption und sinkenden Löhnen der
Mehrheit.
Aber wenn wir heute Berichte
über den Lufthansa-Pilotenstreik hören, kommen wohl wieder einmal keine
dieser Hintergründe zur Sprache. Die Medien treiben gerne aufmüpfige
Betriebsräte durchs Dorf, die es wagen, sich den Plänen der Finanzmächte
in den Weg zu stellen. Die Namen der für Unbill von Streiks
verantwortlichen Gewerkschaftsführer kennt der Medienkonsument.
Die Identität der Finanzmächte hinter Heuschreckenplage und
Lohndrückerei aber kaum. Die Namen von Blackrock-Gründer Laurence Fink
oder von Finanz-Deregulierer und Blackrock-Aufsichtsrat Friedrich Merz
(CDU) werden im Zusammenhang des Lufthansa-Streiks nicht fallen. Warum
auch? Blackrock ist ja nur Großaktionär der Lufthansa AG.
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